Literaturform Drehbuch


Ein Drehbuch ist konzentriert auf das Wesentliche, zu einem Grossteil bestehend aus Handlungsbeschreibungen und Dialogen. Es wird nur das festgehalten, was eine Filmkamera aufzeichnen kann. Ein Drehbuch kommt somit den medialen Konsumgewohnheiten des heutigen Lesers am nächsten. Die Formulierungen sind klar, präzise und bildhaft. Die Lektüre eines Spielfilmdrehbuchs benötigt kaum länger als drei bis vier Stunden, denn eine Drehbuchseite entspricht durchschnittlich einer Minute Film. In Bezug auf die Substanz einer Geschichte steht ein Spielfilmdrehbuch, trotz seiner Kürze, einem Roman aber in keiner Weise nach.

Gemäss der Studie Reading Literary Fiction Improves Theory of Mind (Science/AAAS 2013: 342, 377) von David Comer Kidd et al. führt der Konsum von klassischer Literatur (im Gegensatz zur Populär- oder Sachliteratur) zu einer höheren emotionalen Intelligenz. Der Grund liegt darin, dass diese Art von Literatur die Vorstellungskraft der Lesenden anregt und sie dazu animiert, eigene Schlussfolgerungen über die Beweggründe der Figuren zu ziehen und auf emotionale Nuancen zu achten. Das Lesen von Drehbüchern hat denselben Effekt auf uns. Der amerikanische Autor und Dozent Robert McKee spricht von «movie in the head», einem Film im Kopf, bei dem wir regelmässig Annahmen über Bewusstseinsvorgänge in anderen Personen treffen.






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